Sonntag, 22. November 2015

.: Interview ~ Jennifer B. Wind - Autorin :.


Jennifer B. Wind ist ein herzlicher Mensch, aufgeschlossen und super sympatisch. Ihr Lachen steckt an und beschert einem sofort gute Laune. Solche Menschen sind goldwert *.*

Ich durfte sie auf der Frankfurter Buchmesse 2014 kennen lernen und war sehr beeindruckt, dass sie mich erkannt hat und gleich Sasija gerufen hat. Eine Autorin, die ihren Lesern vollste Aufmerksamkeit schenkt und genau weiß, wie man Kontakte gut pflegt. <3


Jennifer B. Wind beim signieren ihrer Schmuckstücke <3 Ein davon gehört bald euch ^_^
© Jennifer B. Wind



          


© Jennifer B. Wind

~ Über Jennifer B. Wind - Autorin ~
Jennifer ist 1973 in Leoben geboren, verheiratet, hat zwei Töchter und wohnt im Bezirk Baden bei Wien. Sie taucht, singt, tanzt und reitet gern, spielt Klavier, liebt Qi Gong, Yoga und überhaupt alles Fernöstliche und Exotische, auch die Küche ;-).
Sie steht auf Vampire, Lederklamotten, Friedhöfe ;-), Kerzen, und Bücher, Filme, Theater, Oper, Musical, Kabarett, Kunst, Musik und Quizspiele, deshalb war sie selbst auch schon mal Gast in einer TV-Quizshow; Jennifer engagiert mich sehr viel ehrenamtlich seit ihrer Jugend, beispielsweise für Tier- und Umweltschutz und auch in diversen Netzwerken. Das B. in ihrem Namen steht für Barbara ;)







~ Ihr Debüt ~

Meine Meinung zu ihrem grandiosen Thriller!
Wann wird ein Täter zum Opfer? Und wann das Opfer zum Täter?
Hier in "Als Gott schlief" dauert es dreißig Jahre... ein Thriller bei dem aufgestaute und unterdrückte Wut schreckliche Dinge hervorruft und das Wort Rache groß geschrieben wird.
Von Anfang an spannend und fesselnd geschrieben. Durch die sympathischen Protagonisten ist man schnell in der Geschichte und möchte einfach nur lesen, lesen, lesen...

Man fühlt sich wie in der "Cold Case" TV-Serie. Die Aussage der Serie - "Kein Opfer ist je vergessen" trifft auch voll und ganz auf dieses Buch zu.

Damals schrieb ich in meine Rezension:
"Ein gelungener Debüt-Krimi, der sehr gut recherchiert wurde und unbedingt als Printausgabe erscheinen muss!"
Und nun können wir es tatsächlich in den Händen halten <3

Zudem erscheint in dieser Woche (26.11.2015) das Hörbuch zum Thriller. Auf dieses Schmuckstück ist sie besonders stolz. Ihr Buch wurde als Lizenz an Audible verkauft. Eingelesen wurde es von einer Top Synchronsprecherin Elisabeth Günther, die auch die deutsche Stimme für Liv Tyiler und Cate Blanchett ist, und viele mehr.


Diese Damen schießen scharf!
© Jennifer B. Wind

          


Was war dein allererstes Buch, welches du gelesen hast? Und was war dein Lieblingsbuch in deiner Kindheit?
Meine ersten Bücher waren wohl Bilderbücher, danach Märchenbücher und das erste Werk, das mich so richtig mitgerissen hat, war „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende und das haben sicher andere Autoren auch schon gesagt ;-) Und dann war da noch ein Buch mit einem Kind, das sich beim Silbermond in einen Wolf verwandelt und ich hab keine Ahnung mehr, wie das hieß. Das war echt wunderschön. Das hab ich auch sehr geliebt. Aber ich habe die Bücher ja in der Städtischen Bücherei entliehen und leider nicht selbst zu Hause sammeln können. Und ich habe Berge gelesen ;-)

Schon damals sehr vielseitig und talentiert <3
© Jennifer B. Wind
Seit wann schreibst du und wie/wann hat das mit deiner Kariere als Autorin angefangen? 
Ich schreibe seit meinem 8. Lebensjahr, schon damals sind erste „Romane“ entstanden und wurden in die Schublade gelegt, als ich erfuhr, dass „Schriftsteller kein richtiger Beruf“ wäre und ich erstmal was Gescheites lernen soll. Nach vielen beruflichen Stationen habe ich in der Karenz bei meiner ersten Tochter, meine Schubladen gelehrt und ernsthaft überlegt, was ich mit all den Papierstapeln tun könnte. Mein Mann meinte damals lapidar, ich solle doch endlich mal eine der Geschichten einschicken. Ich bin allerdings sehr selbstkritisch und deshalb habe ich mir dann erstmal Unterstützung gesucht in Form eines Netzwerks. Das waren die mörderischen Schwestern, ich bin dann gleich ein Jahr später im Mentoring Programm aufgenommen worden. Zwei Jahre später habe ich meinen ersten Preis für einen Kurztext erhalten und wurde im selben Jahr von meiner Agentin aufgenommen. Das war sozusagen der Startschuss. Danach gab es irgendwie kein Zurück mehr.

Wie kann man sich heute deinen Arbeitstag vorstellen?
Den „Arbeitstag“ gibt es nicht. Ich muss flexibel sein, ich hab daher auch keine fixen Schreibzeiten.

In welchem Genre schreibst du und falls du mehrere Schienen fährst, in welchem schreibst du am liebsten?
Am liebsten schreibe ich literarische Texte, an zweiter Stelle stehen dann schon die Krimis und historischen Texte (auch Cross Over als historischer Krimi), da ich sehr gern recherchiere und mich gern darin verliere. Ich möchte nicht auf ein Genre festgelegt werden, obwohl ich natürlich momentan vor allem durch die Krimis bekannt werde. Ich liebe es auch sehr Mystery-Elemente einzubauen, mag auch Fantasy, Steampunk und Science Fiction, die letzten drei vertritt meine Agentin allerdings nicht, daher liegen hier noch Manuskripte in der Schublade. ;-)


          


© Jennifer B. Wind

Verrate uns doch deine Werke!
Von mir gibt es momentan einen Thriller am Markt, namens „Als Gott schlief“, eine zweisprachige Sammlung mit Kurzkrimis, und ansonsten viele Kurzgeschichten in Anthologien, Zeitungen, etc.


Wann kam dir die Idee zu deinem Debüt „Als Gott schlief“?
Ich war beruflich in Dublin und habe eine Doku im TV gesehen über die Kinderheime in Irland. Dann habe ich weiter recherchiert.


Beruht diese Geschichte auf wahren Begebenheiten?
Die Morde, die Ermittlungen etc. sind fiktiv. Die Hintergründe sind allerdings real, genaueres darüber erfährt man in meinem Nachwort. Es handelt sich also um Fact-Fiction.





Neben Sebastian Fitzek und Arno Strobel in der Bestsellerliste ;)
© Jennifer B. Wind
Wie hast du selbst den überraschenden Erfolg von deinem Thriller wahrgenommen? Wie überrascht warst du als du erfahren hast unter den Top 3 zu sein?
Ja, das war schon irre, es hat mich auch in die Jahresgesamtbestsellerliste bei Thalia in Deutschland und Österreich gebracht, was ein Wahnsinn ist bei all den Büchern. Ich war auf Amazon auf Platz 1 für eine Woche ;-) und das noch vor so illustren Autor/innen wie Fitzek, Nesbo, Neuhaus und Co. Mein Thriller stand danach wochenlang bei Weltbild etc... Damit habe ich nie gerechnet. Deshalb habe ich es auch nicht mitbekommen. Da bekam ich eine E-Mail von meiner Agentin „Herzlichen Glückwunsch zum Aufsteiger der Woche“, da war ich noch nicht ganz vorne. Als ich dann auf Platz 2 war, sagte ich mir, das war es, mehr geht nicht. Denn auf Platz 1 war Sebastian Fitzek und ich war in fester Überzeugung, dass man ihn niemals überholen kann. Einer meiner Freunde meinte: „Schlaf einfach noch eine Nacht.“ Und wirklich, am nächsten Tag war ich auf der 1. Das war so krass. Aber noch schlimmer war, dass ich mich nicht richtig freuen konnte, statt dessen ging ich ins Bett und zog mir die Decke über den Kopf, denn mir war klar, dass ab sofort nichts mehr bleiben würde wie es war und ich wusste nicht, ob ich dafür schon bereit wäre. Das Taschen-Buch ist nun seit Dezember erhältlich und war schon vor dem Erscheinen auf Platz 1 der besten österreichischen Neuerscheinungen, mittlerweile steht es seit Wochen bei Weltbild (DE und AUT) auf Platz 1 in mehreren Listen wie etwa unter österreichische Krimis, Wien Krimis, München Krimis, etc und auch im österreichischen Katalog (Foto anbei ;-)). Es ist auf jeden Fall ein Traum neben so viele Stars zu stehen und das gleich mit dem ersten Buch. Andererseits habe ich jahrelang daran gearbeitet und deshalb ist es einfach auch ein toller Lohn für all die Mühe. Was mir zu schaffen macht, ist der Druck, der jetzt von allen Seiten auf mich zukommt.


          


Eine sehr aktive und lebenslustige Frau *.*
© Jennifer B. Wind

Wie kommen dir die Ideen zu deinen Geschichten? Nimmst du auch vieles aus deinem Alltag?
Ideen habe ich laufend, die tauchen ständig auf, manches träume ich auch. Wenn ich so schnell schreiben könnte, wie ich denke, dann hätte ich schon viele Romane veröffentlicht.


Gab es mal bei Recherchen in der Praxis ein lustiges, kurioses, gefährliches Erlebnis?  
Gefährlich, ja. Damals waren diese Dinge noch nicht so aufgedeckt und publik wie jetzt, da wurde mir sogar gedroht. Ansonsten gab es nichts Lustiges, meine Recherchen zu diesem Thema waren eher trauriger Natur, sehr erschütternd und furchtbar zermürbend.




Wie kann man sich deine Arbeit an deinen Geschichten vorstellen? Wo schreibst du am liebsten? Mit Musik oder brauchst du völlige Ruhe? Plottest du, bevor du zu schreiben beginnst oder schreibst du einfach drauf los?
Also Musik eher nicht, das lenkt mich ab, weil ich ja immer mitsingen möchte. Völlige Ruhe ist leider nicht möglich, da ich Kinder habe und außerdem an Tinnitus leide. Ohne Ablenkung von außen schreibe ich am liebsten, deshalb ist der Laptop auch nicht ans Internet angeschlossen, wenn ich da drauf schreibe, bin ich ganz bei der Sache. Ich habe auf jeden Fall den groben Plot im Kopf und jede Menge kleine Notizen. Was sehr ausgefeilt von Anfang an ist, sind meine Figuren, ich kann erst schreiben, wenn ich meine Figuren in und auswendig kenne, auch Dinge, die dann gar nicht im Roman vorkommen. Bei Jutta und Tom ist somit die Entwicklung der Figuren bereits über 5 Bände vollkommen klar ausformuliert. Ich lese generell auch sehr gerne Serien und sehe zu wie die Charaktere nach und nach frei gelegt werden, wie dunkle Seiten zum Vorschein kommen, die man in den ersten Teilen noch gar nicht gekannt hat, oder bei bösen Figuren helle Seiten, die den Charakter in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Genau das gibt es auch bei Jutta und Tom. Wer glaubt, dass Tom so geschliffen und perfekt ist, wie es im ersten Teil scheint, wird noch arg überrascht werden. Und das machen gute Bücher für mich aus, Figuren, die den Leser überraschen, die sich weiterentwickeln, die ihre Ecken und Kanten haben. Das ist für mich wichtiger als die Geschichte drum herum. Deshalb verwende ich die meiste Zeit im Voraus für die Figurenentwicklung. Beim Plot lasse ich mir gewisse Freiheiten, damit ich nicht zu gebunden bin. Außerdem wäre das für mich selbst sehr langweilig, wenn ich von Anfang an immer exakt wüsste, was auf jeder Seite genau passiert. Das macht ja keinen Spaß mehr. Schließlich verbringt man sehr viel Zeit mit dem Text, es kommen etliche Überarbeitungen hinzu. Da ist es nicht von Vorteil gleich zu Beginn fadisiert zu sein.


          


Vollen Einsatz bei einer Lesung.
So macht es Spaß ;)
© Jennifer B. Wind
Welches Schreibprogramm nutzt du und/oder würdest du auch für Hobbyschreiber empfehlen. Wie Beginnt man oder wie bereitet man sich drauf vor?
Ich nutze Word, Papyrus Autor und für die Drehbücher Final Draft. Papyrus Autor ist für alle Autor/innen, egal in welchem Stadium sehr empfehlenswert. Außerdem verwende ich ein Diktiergerät, das mit Dragon Naturally Speaking kompatibel ist. Alles andere muss der Autor selbst herausfinden. Jeder hat einen anderen Arbeitsstil. Ich kenne Autor/innen, die sich 40 Seiten lange Inhaltsangaben schreiben und jedes Detail auf einer Art Matrix festhalten. Andere leben eher chaotisch und horten Notizzettel. Jeder muss sein eigenes System finden.
Ganz wichtig ist aber, für den Stoff zu brennen und zwar lichterloh. Man muss selbst total gepackt sein von seinem eigenen Buch, damit auch beim Überarbeiten immer noch voller Eifer dabei ist. Ich habe noch bei den Korrekturfahnen an bestimmten Stellen gelacht oder geweint, obwohl ich den Text bis zu diesem Zeitpunkt über 6 Mal überarbeitet hatte. Da wusste ich dann, dass es gut war. Hätte ich mich nach dem dritten oder vierten Mal lesen gelangweilt, hätte ich das Manuskript verbrannt. Man muss die Geschichte und die Figuren richtig lieben, nur dann hat man auch die Disziplin und den Willen jeden Tag mit ihnen zu verbringen, freut sich auf den Schreibtisch und der Schweinehund hat keine Chance. Deshalb verwerfe ich von 10 Ideen 9, auch wenn die vielleicht gut sind, aber eben nicht gut genug, um mich über Jahre zu fesseln.


Wie sehen eigentlich Verträge bei einem Verlag aus?
Es gibt Musterverträge laut Ver.di, die man im Internet ansehen kann, oder auch im Autorenhandbuch von Sandra Uschtrin. Generell sind das aber nur Richtlinien, sehr vieles ist Verhandlungssache wie bestimmte Rechte (Film), da ich eine Agentin habe, muss ich mich damit nicht wirklich auseinander setzen.

Wie kann man veröffentlicht werden oder sich selbst veröffentlichen? Wie war das bei dir?
Heutzutage gibt es wesentlich mehr Möglichkeiten als vor 20 Jahren, das ist für manche schön, hat aber auch Nachteile. Die meisten neuen Autor/innen sind mit dem Angebot überfordert und entscheiden sich aufgrund dessen vielleicht falsch. Es gibt jede Menge Dienstleister, die mit unwissenden Autor/innen ihr Geschäft machen. 
Generell war für mich von Anfang an klar, dass ich nicht selbst veröffentlichen will und niemals für eine Veröffentlichung bezahlen möchte. Das hab ich von Anfang an eingehalten, auch wenn ich dadurch anfangs sehr wenig veröffentlichen konnte, da man bei vielen Anthologien nicht einmal ein Honorar bekommt. Aber mir war klar, wo ich hin will. Ich wollte über die Jahre hinweg eine ernstzunehmende Autorin werden und da habe ich den schleppenden Start in Kauf genommen.


          


Spaß auf der Frankfurter Buchmesse 2014 ;D
© by Sasija's Tardis
Verrate uns noch welche deine Lieblingsfarbe ist und was du am liebsten am naschen oder knabbern bist ;-)
Schwarz, alle Schattierungen von Grau, Rot, Weiß, andere Farben finden sich kaum im Kleiderschrank ;-); Ich nasche sehr gern vegane Bitterschokolade.

Das letzte Wort gehört dir ;-)
Danke! Danke an alle, die mein Buch gekauft, gelesen und weiterempfohlen haben. Danke, an alle, die daran beteiligt waren und danke an alle in meinem Umfeld, die nicht aufhören mich zu lieben, zu bestärken und mir Kraft zu geben.




          

Vielen lieben Dank an dich liebe Jenny für deine Ruhe, für deine Zeit und für deinen tollen Thriller.
Bleib wie du bist und schreib uns fleißig weitere so gute Geschichten ;)

Morgen haben wir noch eine tolle Überraschung für euch ;)
Also bleibt dran und schaut wieder bei der Tardis vorbei <3

Herzliche Grüße Jennifer und Sasija aus der Tardis

1 Kommentar:

  1. Hey :)

    Ich hab Jennifer zumindest einmal kurz kennenlernen dürfen, zur Lesung selbst habe ich es leider nicht geschafft, weil ich da schon etwas anderes an dem Tag vorhatte. Aber auch unser kurzes Gespräch habe ich als sehr sympathisch in Erinnerung :).

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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Liebe Grüße eure Sassi @-->--